Zur
homöopathischen Orientierung bei Candida albicans
Von
Jürgen Becker
Um die Verreibeerlebnisse von Michael Geisler bei der homöopathischen Verreibung einer Pilzkultur von Candida albicans besser verstehen und einordnen zu können, möchte ich als jemand, der sich seit über 25 Jahre intensiv mit der Materie als praktizierender und forschender Homöopath beschäftigt, dem interessierten Leser eine Orientierungshilfe zum Verständnis und zur Einordnung dieses "Verreibeprotokolls" geben. Sowohl das Mittel Candida albicans als auch der Zugang zu homöopathischen Arzneimitteln über Verreibungserlebnisse sind ja relativ neu – und machen beide eine Erweiterung des allgemeinen homöopathischen Verständnisses erforderlich.
I.
Candida albicans ist gleichzeitig ein natürliches Element
der Schöpfung bzw. ein Naturstoff, nämlich ein Hefepilz, der bei einem beträchtlichen
Teil der Menschen unserer Zeit in der Darmflora vorkommt, und eine Krankheit,
die durch das Überhandnehmen dieses Pilzes hervorgerufen wird. Homöopathisch
werden solche Krankheitsstoffe als Nosoden bezeichnet. Eine allgemeine
Besonderheit bei Nosoden liegt also darin, dass sie als Stoff schon mit einer
Krankheit verbunden sind – und damit ein erstes homöopathisches
Arzneimittelbild durch das Krankheitserlebnis mit dem Pilz schon vorgegeben ist.
Ein erster Schritt der homöopathischen Arzneimittelprüfung am Gesunden liegt
durch die Candida-Krankheit mit dem folgenden Beschwerdebild ja schon vor:
Erschöpfung
und chronische
Müdigkeit,
häufig wechselnde Stuhlqualität, Auftreibung des Bauches, starke Blähungen,
massiver perianale
Juckreiz (um den After herum),
Heißhungerattacken speziell auf Süßes und Kohlenhydrate,
Unverträglichkeit von Alkohol,
bei Frauen Scheidenpilz mit Jucken
und Ausfluss,
bei
Säuglingen Blähungskoliken,
Windeldermatitis und Soor
und bei abwehrgeschwächten Menschen Candida‑Mykosen
der Haut.
Zusätzlich
zu diesen gewöhnlichen Beschwerden können sich folgende Komplikationen
entwickeln:
Hautallergien, Heuschnupfen, Heuasthma, Nahrungsmittelallergien,
Arthritiden und Myalgien,
Infektanfälligkeit, chron. Entzündungen der ableitenden Harnwege,
Schlafstörungen, Migräne,
Lustlosigkeit, Gereiztheit, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und
Depressionen.
Als medizinische Gründe für das übermäßige Wachstum des Pilzes gelten
folgende Umstände: Antibiotika, Antibabypille, Cortison, Zytostatika,Industriezucker,
hefehaltige Nahrungsmittel (z.B. Brot, Käse, Bier, Wein), fast food und
der allgemeine Stress der modernen
Leistungsgesellschaft.
Nach
gängiger Auffassung lässt sich diese Candida-Krankheit am ehesten durch Antimykotika
in Kombination mit einer recht strengen Zucker‑ und
Hefeproduktfreien Antipilz-Diät heilen. Soweit einmal die wesentlichen medizinischen Fakten
zur Candida-Krankheit.
Nach
der herkömmlichen homöopathischen Theorie müsste nun die Nosode bzw. das homöopathische
Mittel Candida albicans, d.h. der potenzierte Pilz selbst, dazu in der Lage
sein, genau solche Krankheitszustände zur Heilung zu bewegen, die dem Bild der
Candida-Krankheit sehr ähnlich sind. Damit wäre es natürlich vor allem dazu
geeignet, die Candida‑Erkrankung selbst zu heilen. Die sogenannte
Isopathie (Heilung durch das Gleiche) wird somit als Sonderfall der Homöopathie
(Heilung durch das Ähnliche) aufgefasst (wie z.B. bei der Behandlung eines
Bienenstiches oder einer Bienenallergie durch Apis mellifica, die potenzierte
Biene).
Diese
homöopathischen Überlegungen bewegen sich auf der klinischen Ebene der
Medizin. Es geht um körperliche Vorgänge mit ihren Auswirkungen auf das körperliche
und das Allgemeinbefinden. Im Sinne der Verreibung geht es also um die C0-Stufe
des objektiven materiellen Befundes und die C1-Stufe des subjektiven körperlichen
Befindens und Verhaltens mit den jeweiligen auslösenden bzw. begünstigenden
Faktoren oder Modalitäten.
Mit
dieser einfachen homöopathischen Betrachtungsweise wird man der Arzneikraft
Candida albicans und dem Pilzprinzip im menschlichen Leben allerdings nur sehr
wenig gerecht. Dazu braucht es weit subtilere Herangehensweisen – wie z.B. den
hier geschilderten unmittelbaren Zugang zum Ausdruck der Arzneikraft durch die
resonante Verreibung im Mörser.
II.
Ich
möchte nun einen Sprung zu dem machen, was Hahnemann als tiefe Ahnung der Homöopathie
mit in die Wiege gelegt hat, nämlich die Ahnung von der Bedeutung der großen
Seuchen für das menschliche Kranksein. Dabei muss man bedenken, dass er diese
Ahnung vor der Entdeckung der Krankheitserreger hatte. Ohne von der Existenz der
Erreger zu wissen, waren doch auch schon damals die gewaltigen Folgen der
Syphilis für das menschliche Leben offensichtlich, die sich von etwa 1500 an in
Europa ausgebreitet hatte und zwar in individueller wie auch in kollektiver
Hinsicht. In den ersten Jahrzehnten der Syphilisepidemie ist ein großer Teil
der Bevölkerung Europas an der Syphilis wie an einer akuten Krankheit
gestorben. Erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte haben die Menschen Europas immer
mehr die Fähigkeit entwickelt, die akute oder primäre Syphilis überhaupt zu
überleben. Im Laufe dieser Entwicklung hat sich vor allem die allgemeine
Sexualmoral der Zeit vollkommen geändert. Später hat sich herausgestellt,
dass auch die Nachkommen der an Syphilis Erkrankten häufig genug über mehrere
Generationen körperlich und geistig belastet blieben, auch im Sinne von
Geisteskrankheit. Einen so gewaltigen Einbruch wie durch die Lustseuche,
wie die Syphilis damals
genannt wurde, mit so gewaltigen kollektiven Folgen hatte Europa noch nicht
erlebt.
Etwa 300 Jahre später hat Hahnemann eine erste Vorstellung
entwickelt, dass nicht nur die Lustseuche (von der man noch die ebenfalls
seuchenartig sich ausbreitende Geschlechtskrankheit der Gonorrhoe bzw. der
Tripperseuche zu unterscheiden hatte) ein tiefer Grund für chronisches und auch
homöopathisch nicht so einfach zu heilendes Kranksein sei, sondern vor allem
die ebenfalls zeitweise seuchenartig auftretende Krätze. Nach der Völkerschlacht
bei Leipzig 1813 hatte das Heer Napoleons auf seinem Rückweg nach den
Niederlagen in Russland massenhaft die Krätze mitgebracht. In der damals sehr
schwer zu beherrschenden Krätze bzw. Krätze‑Seuche hat Hahnemann nun
eine noch wichtigere und grundlegendere Seuchenkraft vermutet bzw. geahnt als in
der Syphilis oder im Tripper.
Der Ausdruck, etwas ist
"zum Krätze kriegen" als Ausdruck tiefer Verzweiflung erinnert noch
heute daran, wie es früher gewesen sein mag, in eine kollektive Krätze‑Seuche
geraten zu sein. Dank der modernen Insektizide bereitet die Behandlung eines Krätzekranken
heute kaum noch größere medizinische Probleme. Doch eigenartigerweise ist
auch heute die Krätze noch immer mit einem starken Scham‑ bzw.
Minderwertigkeitsgefühl behaftet. Die auslösende Krätzeseuche mit allen ihren
medizinischen und sozialen Folgen für die folgenden Generationen hat
Hahnemann Psora genannt und in ihr den tieferen Grund für 7/8 aller chronischen
und auch homöopathisch nicht so leicht heilbaren Krankheiten gesehen.
Ohne genauer auf die Seuchen von Syphilis und Krätze
eingehen zu wollen, dürfte doch erkennbar sein, dass in unserer Zeit, fast 200
Jahre nach Hahnemanns Entdeckung der Psora und 500 Jahre nach Ausbruch der
Syphilis in Europa, die Candida-Erkrankung zumindest ähnlich seuchenartige Ausmaße
angenommen hat wie in früheren Jahrhunderten die Syphilis bzw. Lustseuche, die
Gonorrhoe bzw. Tripperseuche oder die Krätzeseuche. Auch die Geschichte der
Tuberkulose oder Schwindseuche würde zum Seuchenthema dazugehören, mit einem Höhepunkt
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa.
Nun
sind diese Seuchen durch den Einsatz moderner Pharmaka in unserer Zeit nicht
mehr gefährlich, wenigstens nicht in den Industrieländern. Aber es gibt neue
Varianten dieser Seuchen, vor allem AIDS – als modernen Ersatz für die
Syphilis – und Candida albicans – als modernen Ersatz für die Krätze‑Seuche
bzw. als wichtigste Ausprägung der Psora in unserer Zeit.
III.
Im I. Abschnitt haben wir Krankheit im üblichen
medizinischen Sinne als körperliche Beeinträchtigung des einzelnen Menschen
betrachtet, im Falle der Candia-Erkrankung durch den Pilz Candida albicans bzw.
sein übermäßiges Wachstum.
Im
II. Abschnitt bei den Seuchenerkrankungen hat nun ein ganz anderer Aspekt
Gewicht bekommen, der uns heutzutage nicht mehr geläufig und vor allem gar
nicht recht ist. Denn was ist der entscheidende Faktor dafür, an einer Seuche
zu erkranken? Das Charakteristikum
einer Seuchenerkrankung liegt darin, dass es ein Kollektiv ist, das an einer
Seuche erkrankt. Sehr deutlich zu erkennen ist dies z.B. in Teilen Afrikas, wo
80 oder 90 % der jungen Erwachsenen an AIDS erkrankt sind und ein großer Teil
von ihnen in absehbarer Zeit sterben wird – mit schwer absehbaren Folgen für
die nächsten Generationen. D.h.:
Der
wesentliche Grund für die Seuchenkrankheit des Individuums liegt darin, in
einer bestimmten Zeit Mitglied eines bestimmten Kollektivs in einer
bestimmten Gegend zu sein.
Im
Zeitalter des Individualismus wehren wir uns natürlich gegen diese Tatsache,
versuchen sie zu verdrängen, sie als ungerecht zu verurteilen oder sie
umzudeuten (z.B. wenn wir sagen, dass jeder Afrikaner ja selber schuld ist,
wenn er oder sie sich auf ungeschützte Sexualität einlässt), doch das ändert
nichts an der grundsätzlichen Möglichkeit, dass zusätzlich zur Möglichkeit
einer individuellen Erkrankung in jedem Kollektiv jederzeit eine Seuche
ausbrechen kann, an denen ihre Mitglieder vor allem deswegen erkranken, weil
sie zur jeweiligen Zeit gerade zum jeweiligen Kollektiv gehören. Im übertragenen
Sinne ist dies auch bei größeren Katastrophen und Kriegen so. Wer gerade zum
"Kollektivkörper", z.B. einem Volk, einem Staat oder einer Religion
gehört, in denen die Katastrophe, der Krieg oder die Seuche ausbricht, den wird
es mehr oder weniger erwischen, ob er persönlich dafür verantwortlich sein mag
oder nicht.
Und so
gibt es auch den Kollektivkörper, der von der Candida-Seuche ergriffen ist –
und dem dummerweise ausgerechnet wir alle mehr oder weniger angehören, nämlich
unsere Gesellschaft in unserer Zeit. Damit gilt für uns alle mehr oder weniger:
mitgefangen - mitgehangen!"
IV.
Diese
Dimension kollektiven Krankseins zu erfassen, ist der klassischen Homöopathie
mit den Methoden der einfachen Arzneimittelprüfung und der individuellen
Behandlung noch nicht recht möglich gewesen. Dazu bedurfte es der Entwicklung
weiterer Methoden. Eine dieser Methoden ist nun der Zugang über die homöopathischen
Verreibungserlebnisse.
Wenn die Homöopathie davon ausgeht, dass der dynamische
Grund für die Erkrankung eines individuellen Menschen in der dynamischen
Verstimmung seiner Seele und seines Geistes liegt, dann kann man leicht
schlussfolgern, dass der dynamische Grund für die Erkrankung eines Kollektivkörpers
(d.h. der dynamische Grund einer Seuche) in der dynamischen Verstimmung des
Kollektivs liegen wird, d.h. in einer Erkrankung seiner
"Kollektivseele" bzw. seines "Kollektivgeistes". Diese Ebene
des Krankseins überhaupt wahrzunehmen, dürfte uns allerdings sehr schwer
fallen, weil wir ihm als Mitglieder des Kollektivkörpers ja genauso
unterliegen und unsere individuelle Seele bzw. unser individueller Geist von ihm
mitgeprägt sind.
Eine wesentliche Aufgabe der Verreibung von Candida albicans
liegt also darin, das Krankhafte der Seuchenkraft überhaupt erfahrbar und
bewusst zu machen, um so überhaupt erst herauszufinden, wodurch wir ihr
kollektiv erlegen sein mögen – und andererseits, wie wir kollektiv wieder
gesunden oder auch als Einzelne uns möglicherweise gegen die Seuche feien können.
Dazu ist nun das Verständnis der verschiedenen Dimensionen
des Lebensgeschehens notwendig, wie es in den Verreibungsstufen (je eine Stunde)
zum Ausdruck kommt. Hahnemann hat die Verreibung bis zur C3‑Stufe
vorgeschrieben, also von der toten Materie (C0-Stufe) zur Dimension der
lebendigen Körperempfindung (C1-Stufe), weiter zur Dimension des emotionalen Fühlens
und Erlebens (C2‑-Stufe) bis zur Dimension des geistigen Verstehens (C3-Stufe).
Damit hat er die Arzneikräfte der Stoffe "geistartig befreit", wie er
es ausgedrückt hat.
Im Kleinen findet sich
diese Abfolge in den ersten drei Verreibungsphasen (von je 6 – 7 Minuten) in
jeder Verreibungsstufe wieder. Die weiteren drei Phasen weisen auch schon in den
ersten Verreibungsstufen auf weitere Dimensionen des Lebens hin.
Die erste dabei neu zu erschließende Stufe ist die C4-Stufe
des Spürens im Innersten der Seele, die das Wesentliche der Verreibeerlebnisse
ausmacht. Sie befindet sich jenseits der Gedanken und berührt eine Dimension
des Lebens, die uns normalerweise nicht so leicht zugänglich ist. Die Existenz
dieser Wesensebene allein ist schon erstaunlich genug. Durch die
Verreibeerlebnisse der 4. Phase in den ersten drei C-Stufen hat sie sich schon
angekündigt.
Doch
auch darüber hinaus gibt es noch weitere Dimensionen des Lebens. Gerade im Fall
von Candida albicans ist die C5-Dimension des kollektiven Eingebundenseins von
entscheidender homöopathischer Bedeutung. Sie reicht über den individuellen
Wesenskern hinaus in eine Dimension der größeren Zusammenhänge und
Zusammengehörigkeiten, die jedes Kollektivgeschehen im Leben organisieren und
prägen.
V.
Gerade
in dieser C5-Dimension des Lebens haben nun die Kollektivseuchen bzw. Miasmen
ihr Schwergewicht und ihre wesentliche homöopathische Bedeutung. D.h., mit den
Methoden der klassischen Homöopathie, in der die homöopathischen Mittel
lediglich zur C3-Stufe verrieben wurden, war es noch überhaupt nicht möglich,
zum wesentlichen Inhalt der Arzneikraft einer Nosode vorzudringen und diesen zu
erfahren, sondern lediglich einige seiner Auswirkungen auf das körperliche,
emotionale und geistige Leben des Individuums. Erst mit der Entdeckung der
Verreibeerlebnisse, der höheren C-Stufen über die C3 hinaus und den
therapeutischen Erfahrungen der C5-verriebenen Nosoden wird die Homöopathie
methodisch in der Lage sein, der Problematik der Miasmen angemessen zu begegnen
und sie gründlich und schlüssig zu verstehen.
Dazu
bilden nun die Verreibeerlebnisse von Michael Geisler einen wertvollen Beitrag.
Gerade seine Verreibeerlebnisse zeigen sehr deutlich, wie jeder einzelnen Phase
jeder C-Stufe eine besondere Aufgabe bei der Entwicklung eines Gesamtverständnisses
des Candida-Krankseins zukommt. Gleichzeitig kommt auf jeder Stufe auch die
dynamische Heilkraft zum Ausdruck, die uns in Zukunft mit den resonant C5-verriebenen
Arzneien zur Verfügung steht – zur homöopathischen Heilung einzelner
Menschen wie auch kranker Gesellschaften und Kollektive. Der erste Beitrag zu
solchen kollektiven Heilungen wird vermutlich in der Heilung einzelner Vorreiter
liegen, die als Mitglieder des Kollektivs auf dynamische, d.h. feinstoffliche
oder "kraftartige" Weise ihrerseits als Mitglieder auf das Kollektiv
Einfluss haben werden. Hier wird der Homöopathie noch ein sehr weites
Wirkungsfeld offen stehen, in dem wir mit der Zeit immer mehr Erfahrung und
Orientierung gewinnen werden.
Als
noch tieferen und weiteren Ausblick hat Michael Geisler Candida albicans auch
noch bis in die C6‑Stufe verrieben, in der die archetypsichen Kräfte des
Lebens selbst zu Hause sind ‑ eine Dimension, von der unsere Zeit noch
praktisch überhaupt nichts versteht. Damit hat sich der Kreis der sechs
Verreibephasen jeder Verreibungsstufe, wie Hahnemann sie der Homöopathie als
sein Vermächtnis hinterlassen hat, geschlossen. Wir können also nicht nur die
ersten drei Phasen jeder C‑Stufe einordnen, die die körperliche
Grundthematik, die Polarität der Gefühle und als 3. das geistige Verständnis
betreffen, sondern darüber hinaus auch die 4., 5. und 6. Phase jeder
Verreibungsstufe, in denen es um den Wesenskern des Menschen (4.), um die höhere
kollektive Ordnung (5.) und um die archetypische Kraft (6.) selbst geht –
jeweils bezogen auf die C1- bis C6-Stufe. Damit ist die Orientierung über die
gesamte Verreibung gegeben.
VI.
Nun
gilt es im letzten Schritt noch, den Kreis, der mit dem Candida-Pilz selbst als
Ausgangsstoff für die Verreibung begonnen wurde – im Sinne der Verreibung
also mit seiner C0-Stufe – und sich zuerst im körperlichen Candida-Kranksein
selbst ausgedrückt hat – also auf der C1-Stufe des belebten Körperdaseins,
in dem die Medizin ihren Schwerpunkt hat – in allen Schritten und Stufe zu
durchlaufen und in dann in seiner Gesamtheit zu verstehen. Das möchte ich
hier natürlich nicht vorwegnehmen.
Zum Schluss meiner Ausführungen möchte ich nur noch darauf
hinweisen, dass wir im Sinne dieses Ganzen das einfache körperliche Vorkommen
des Candida-Pilzes als Indikator oder Hinweiszeichen auf die höheren Stufen des
Candida-Krankseins verstehen. Ganz praktisch heißt das, dass jeder Candida-Kranke
den potenzierten Candida-Pilz zur Heilung gebrauchen kann. Sollte der Candida-Pilz
ein Kranksein ausschließlich auf der körperlichen Ebene anzeigen, so dürfte
dafür die Einnahme von Candida albicans C10(5) täglich 3 Globuli 5 Tage lang
ausreichend sein. Hat das Candida-Kranksein auch das Gefühlsleben ergriffen,
wird als Potenz der C2-Stufe mindestens Candida C40(5) erforderlich sein (z.B. 1
x / Monat einige Monate). Entsprechend wird Candida albicans C220(5) als Potenz
der C3‑Stufe gebraucht werden, wenn unser Denken bzw. unsere
Glaubensmuster und Überzeugungen im Sinne des Candida-Krankseins
"erkrankt" sind. Erfahrungsgemäß ist dies die häufigste Form des
feinstofflichen Candida-Krankseins, gleich ob dabei auch eine körperliche
Candidiasis vorliegt oder nicht. Als Potenz der C4‑Stufe wird schließlich
Candida albicans C1300(5) dann erforderlich sein, wenn der ganze Mensch in
seinem Wesen mit dieser Thematik verbunden ist. Candida albicans C7777(5) als
Potenz der C5‑Stufe wäre darüber hinaus diejenige Potenz, die über den
einzelnen Menschen auf die Heilung des Kollektivs abzielt. Nach ausreichenden
Erfahrungen mit den kleineren Potenzen wird die Homöopathie in Zukunft auch auf
dieser Ebene ihre Heilkraft entfalten können. Aber bis dahin wird es wohl noch
einige Zeit dauern.
Eine der C6-Stufe der archetypischen Kraft selbst entsprechende Potenz
aus der C5- oder noch besser der C6-Verreibung wäre schließlich Candida
albicans C46.656(6). Damit wären wir bei den großen Kräften des Lebens
selbst, die im Laufe der Menschheitsgeschichte unser individuelles und vor allem
kollektives Leben auf allen Ebenen so ergreifen und prägen, wie wir es von den
großen Seuchen der Menschheitsgeschichte kennengelernt haben. Für uns heutige
Menschen, die wir nach meiner bisherigen Einschätzung größtenteils von der
Candida-Seuchenkraft bis zur C3-Stufe ergriffen sind, steht vor der
individuellen oder gar kollektiven Heilung des Candida-Krankseins die
Bewusstwerdung dessen, was es körperlich, emotional, geistig, für die einzelne
höhere Seele und für die ganze Gesellschaft bedeutet, vom Candida-Kranksein
ergriffen zu sein. Das allein wäre schon ein gewaltiger Fortschritt in unserer
modernen Konsumgesellschaft, die sich ihres eigenen Konsum-Verhaltens so wenig
bewusst ist.