Ausschnitt aus dem Skript zu Plumbum sulfuricum (mineralisch) - Anglesit:

C2-Verreibung
Das Selbstgefühl

  1. Phase
Tief in die Gefühle
 

Tief in die Gefühle:

Was soll das Leben?

Doch es ist mein Leben!

·        Identifikation mit dem eigenen Sein, dem eigenen Leben, mit sich selbst oder eben der Mangel daran.

·        Fühle ich mich eins mit meinem Leben?

·        Ist das, was ist, wirklich und wahrhaftig mein Leben, bin ich das?

·        Fühle ich das so?

·        Empfinde ich das Leben, das ich lebe, als mein Leben?

·        Fühle ich mich als der Mensch, der dieses Leben lebt?

  Also: Nicht nur daran gebunden, nicht nur damit im Einklang, daran gebunden zu sein, sondern der zu sein, der so lebt

·        Es ist schwer, sich ganz (alle Teile von sich) zu fühlen.

·        Es ist schwer, der Mensch zu sein, der dieses Leben lebt – sich selbst so zu verstehen und zu empfinden. 

Was fühlt der Mensch, wenn sich seine Wirklichkeit in die Ich-Welt und die Tatsachen des Weltengangs aufspaltet? Traurigkeit, Zerrissenheit, Hoffnungslosigkeit, Verlorenheit, Enttäuschung. Das Leben ist ihm große Last. Eine Last, der er unversöhnlich gegenüber steht.

Inwieweit kann sich der Mensch mit seinem eigenem Leben identifizieren, empfindet er es wirklich als sein Leben? Bin ich der Mensch, der dieses Leben lebt? Um solche Fragen geht es bei Anglesit. Bin ich „ganz“ oder „gespalten“? Sind die Pole von Ich-Welt und Weltengang in mir integriert?

2. Phase
Das Grundgefühl von sich selbst 

Traurigkeit, große Traurigkeit!
Wo bin ich? (Wo bin ich in meinem Gefühlserleben für mich selbst?)
Das Gefühl von mir selbst, wie ist mein Gefühl zu mir

Das ist das Entscheidende: das Grundgefühl von mir!

  Habe ich ein Gefühl von mir? 
Die Suche nach sich selbst im Gefühlserleben. Wer bin ich auf der Ebene des  Gefühls?
Habe ich ein Gefühl von mir? Das ist die entscheidende Frage für die Indikation von Anglesit.
 

Die Pathologie:

·        Mir fehlt ein Gefühl von mir!

·        Mir fehlt etwas.

·        Ich fehle mir selbst.

·        Darüber herrscht große Traurigkeit und Depression.

·        Große Hoffnungslosigkeit. 

Gesundheit:

·        Tiefe Sicherheit, ich bin, ich fühle mich.

·        Darüber Freude und Erfüllung.

·        Ich bin der, der ich bin! 

Etwas ganz Besonderes: Selbstgefühl 

Um was es geht: Selbstgefühl

So, wie der Mensch ein Gefühl für andere Menschen hat – wie fühlt sich ein anderer Mensch an – dasselbe auf sich selbst bezogen.   Nicht, wie fühle ich mich, wie sind meine Gefühle, sondern wie ist mein Gefühl von mir selbst! Das ist eine Basis, ein Grund von tiefster Bedeutung und doch wie unbekannt.

Noch einmal: Es geht nicht um irgendeinen Aspekt, z.B. ich fühle mich schuldig, sondern was ist an Gefühl zu mir, das darunter liegt. 

Die zweite Phase der C2-Vereibung weist auf ganz entscheidende Aspekte hin. Es geht um das Grundgefühl des Menschen für sich selbst. Auf diesem Grundgefühl baut sich die eigene Existenz auf. Wo der Mensch sich selbst nicht fühlt, dort herrscht große Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. 

Die Arzneikraft von Anglesit hilft, dass der Mensch ein „Selbstgefühl“ entwickeln kann.

3. Phase
Ein Lebensgefühl, das im Leben schwingt
 

Da führt Anglesit euch Menschen hin:

·        Ihr könnt das Gefühl eurer selbst immer deutlicher und tiefer aufbauen.

·        Ein Lebensgefühl, nicht fest und starr – ein Lebensgefühl, das im Leben schwingt.

Das Blei bindet euch in eure Gefühlswelt. Das Anglesit ermöglicht einen anderen Aspekt, nämlich eurer Gefühlswelt entgegen zu kommen und sie zur Basis eurer Weltkonstruktion zu machen:  Gefühle der Befreiung und Öffnung.

Anglesit hilft uns Menschen, ein Gefühl von uns selbst, das im Leben schwingt, zu entwickeln. Auf diesem „Selbstgefühl“ können wir unser Weltverständnis, unser Ich aufbauen. Während die Bleikraft uns an die Gefühle bindet, erlaubt die Kraft von Plumbum sulfuricum mehr: Wir können unsere Gefühle auch mitgestalten. Das bedeutet Freiheit und Öffnung.

Gefühle werden frei   oder   Gefühle sind gefangen!

Ein freier Mensch braucht freie Gefühle.

 Was sind freie Gefühle?
Sie können sich wandeln, groß und klein werden, tief und oberflächlich, sich entwickeln und verändern, in andere Gefühle übergehen. Das sind freie Gefühle! 

Blei hält die Gefühle    Anglesit lässt sie beweglich sein. 

Ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt zum Verständnis der Anglesitkraft: Der Mensch ist in seinem Gefühlsleben frei und beweglich. Seine Gefühle können sich entwickeln und verändern. Dabei hilft Anglesit. Blei bindet uns Menschen an den unveränderbaren Schicksalslauf. Der Mensch hat diesen, auch in seinem Gefühlserleben, zu erfahren. Anglesit lässt den Menschen und den Schicksalslauf sich gemeinsam entwickeln. Das bedeutet Freiheit!

4. Phase
Der Hilferuf der Seele: „Anglesit“!
 

Die Gefühlsseele – wo die hohe Seele im Menschen lebt. 

Die Seele ist im Menschen auch auf der Gefühlsebene präsent. Dort erfährt sie als „Gefühlsseele“ das irdische Dasein. Dort lässt sich für sie auch das „Selbstgefühl“ bzw. der Mangel an „Selbstgefühl“ erfahren. 

Die Spannung zwischen dem irdischen Sein und der hohen Seele.
Was bedeutet das?
Ein schweres Erleben! Zwang

Für die Seele kann ihr irdisches Sein zu einer Erfahrung von Zwang werden, wenn der Mensch nicht zentriert mit sich im Einklang ist. Ist der Mensch selbst zerrissen und gespalten, findet er selbst kein Gefühl zu sich selbst, kann die Seele keinen Zugang zum Menschen und auch nicht ihren Ausdruck im Menschen finden. Dann ist das irdische Sein schwer zu ertragen und der Ruf nach der Arzneikraft von Anglesit wie ein Hilferuf der Seele. 

Anglesit – wie ein Hilferuf! 

Ich fühle mich dumpf, abgestumpft.

Ich schwitze.

Ich möchte, dass es ein Ende hat.

Ich ertrage mehr, als dass ich teilhabe. 

Anglesit – wieder ein Hilferuf! 

Heraus aus dem Ertragen, der Dumpfheit. 

Betäubt. 

Die Gefühle sind voller Traurigkeit und wie leblos, wenn der Mensch nicht seine Mitte findet, sich selbst nicht fühlt. Das Leben wird ertragen. Die Seele möchte diesen Zustand beenden, und die Arzneikraft von Anglesit kann dabei helfen. 

Anglesit auch hier ein Hilferuf. 

Damit Beweglichkeit in die Gefühle kommen kann.  

Indikationen:
Anglesit hilft dem Menschen, dass seine Gefühle eine eigene Basis erhalten und damit beweglich, offen und frei werden. Im Menschen entsteht ein Hilferuf aus tiefster Seele, die Betäubung und Dumpfheit, den Zustand sich selbst nicht zu fühlen, zu beenden. 

Symptome: Dumpf, abgestumpft, betäubt, alles soll ein Ende haben, nicht teilhaben, sondern ertragen, innerlich einen Hilferuf spüren, Traurigkeit, das Leben ist wie ein Zwang, schweres Erleben.

5. Phase
Die Teile zusammenführen
 

Damit abfinden.
Große Konzentration auf den Augenblick.
Mir ist warm, ich schwitze.
Nichts muss sein.
Damit abfinden. 

Das Nichts entdecken. 

Es beginnt ein tiefer innerer Prozess der Konzentration auf mich. Ein großer Hilfeprozess. 

Die Konzentration auf mich bedeutet, dass alle Teile, alle Aspekte von mir zusammengeführt werden. Alles, was zu mir gehört, ist Teil und verbunden mit allen anderen Teilen. Ich spüre die Konzentration als Hilfeprozess. Ich finde zu mir selbst. 

Dieser Prozess der Konzentration geht über den Verzicht auf Wollen, das aus meiner Ich-Welt entwachsen ist.  

Das Nichts entdecken. Die tiefere Bedeutung der Aussage an dieser Stelle entzieht sich mir. Aber vielleicht ist genau das die Aufforderung. Entdecke das, wo für dich „nichts“ ist. Das Nichts, kein Wollen, kein Ich-Verständnis, eine andere Welt, die nicht in meiner Ich-Welt ist.

 

6. Phase
Das Wirken der archetypischen Kraft in der Gefühlswelt
 

Beachte den starken Hitzeprozess! 

Bild:
Ich durchbreche einen Bleimantel, eine Bleiwolke.
Der starke Hitzeprozess schmilzt die Bleiwolke, die über mir liegt.
Darüber herrscht strahlender Sonnenschein.
Mit den Füssen auf der Erde bleiben.
Der Bleimantel sinkt und schmilzt immer mehr.

Engel
sind oberhalb der Bleiwolke, die sich freuen und die helfen, dass die Bleiwolke auf die Erde sinkt und schmilzt und ich eine Öffnung nach oben habe.  

Ich bin ruhig und erstaunt. Ich fühle mich gut und aufgehoben und sehe es als meine wesentliche Aufgabe an, weiter auf meine Gefühle zu achten und die Bilder so sein zu lassen, wie sie sind

Während mir diese Bilder begegneten, war ich unsicher, ob sie wahrhaftig sind. Die Bilder zeigten mir eine ganz wunderbare Möglichkeit, die im Einklang mit meinem Wollen ist. Meine eigene Hitze (Feuer) kann den Bleimantel durchschmelzen, und dahinter bzw. darüber tut sich strahlender Sonnenschein auf. Ich habe, während ich diese Bilder sah, gezweifelt, was ihre Quelle ist. Zu sehr waren sie mit mir selbst im Einklang. Anglesit bringt mich und mein Wollen in Einklang mit dem Weltengang, so dass dieser mich trägt und ich ihn trage. So verstehe ich nun das Bild. Und – es gibt Hilfe. Hilfe durch die Engel, die den Einklang symbolisieren.  

Um die Wahrhaftigkeit der Bilder zu prüfen, werde ich auf meine Gefühle verwiesen. Sind meine Gefühle zu den Bildern wahrhaftig? Das ist meine Möglichkeit, Illusion und Wahrheit zu unterscheiden.

Wichtig ist, wie ich mich dabei fühle!

Die Anglesitverreibung hat diesen Prozess eröffnet – mit seiner Hitze mit seiner Konzentration: Wie ist das Gefühl? 

Die Phasen vier bis sechs der C2-Verreibung geben einen nach innen gerichteten, konzentrierten (auf mich und meine Gefühle sich konzentrierenden) Prozess wieder. 

Anglesit eröffnet dem Menschen neue Möglichkeiten. Die gelungene Verbindung von Schwefel und Blei findet im Menschen ihren Ausdruck darin, dass eine einseitige Dominanz eines dieser Pole – hier im Bild die belastende Bleiwolke – überwunden werden kann. Im Bild bringt das Feuer (Schwefel) die Bleiwolke zum Schmelzen, und der Mensch kann in neue Lebensbereiche vorstoßen.

Zusammenfassung C2 

Es ist mein Leben, das ich lebe. Ich bin der, der ist. Was so banal klingt, ist im eigenen Erleben keinesfalls selbstverständlich. Wie leicht fühlt sich der Mensch sich selbst gegenüber fremd. Bin ich das wirklich, der Mensch, der so fühlt, denkt und handelt, den diese Ereignisse des Lebens „treffen“? 

Hoffnungslosigkeit, Zerrissenheit, Enttäuschung, Traurigkeit über das eigene Leben. Das Leben ist nicht so, wie ich es will, wie ich mich damit anfreunden kann. Es ist mir eine große Last. Das sind die Gefühle, die aus einer Trennung der eigenen Ansprüche an das Leben und Vorstellungen vom Leben gegenüber dem tatsächlichen Lebensgeschehen entwachsen. 

Im Kern geht es dabei um ein „Selbstgefühl“, ein „Grundgefühl“ von sich selbst. Besitze ich als Mensch ein Gefühl für mich selbst? Besitze ich eine Gefühlsidentität? Es erscheint uns fast leichter solch ein Grundgefühl von einem anderen Menschen zu spüren als von uns selbst. Es geht um die tiefe Sicherheit zu fühlen, dass ich bin und zwar der, der ich bin. 

Es geht um die Frage, ob ich eine Basis habe (Selbstgefühl), die mir ein „freies“ Gefühlsleben erlaubt. Können meine Gefühle sich entwickeln, verändern, wachsen, weil ich sie nicht festhalten muss, weil ich sie zulassen kann, weil ich meiner selbst sicher bin? Freie Menschen brauchen freie Gefühle, sagt der Verreibungstext. Bin ich ein freier Mensch? Sind meine Gefühle frei? Anglesit hilft mir, diese Freiheit zu erlangen.  

Die hohe Seele des Menschen benötigt, um ihren Ausdruck im Menschen und im Leben finden zu können, eine „freie“, entwicklungs- und ausdrucksfähige Gefühlswelt. Die Seele ruft geradezu die Anglesitkraft (Engel) um Hilfe, damit sie ganz im Leben sein kann.  Die Arzneikraft von Anglesit kann ihr aus der Dumpfheit, dem Ertragen und der Last des Lebens helfen. 

Es gilt, den Augenblick, wie er ist, zu beachten. Nichts muss sein. Das Leben kann angenommen werden, wie es ist.  Die Konzentration ist auf den Menschen selbst gerichtet, auf die Welt, das eigene Gefühlerleben, so wie es ist. Alle Teile gehören zusammen, zu einem Ganzen. Wichtig ist, was ich im Augenblick fühle. Das ist nicht Egozentrik, sondern heißt, die Welt zu erfahren. Ehrlich und wahrhaftig zu erleben, wie die Welt ist.  

Sind Ich-Welt und Schicksal/Weltengang im Einklang, dann wird vieles möglich, was zuvor unerreichbar schien. Der Bleimantel, der mich im Bild durch schwere Last auf die Erde gedrückt hat, muss nicht mehr sein, wenn ich aus mir selbst heraus dem Schicksal folge. Wenn mein Wollen das will, was das Schicksal fordert, dann bedarf es keines Bleimantels mehr. Im Bild schmilzt das Blei durch mein inneres Feuer. Wichtig ist dabei: Meine Füße bleiben auf der Erde.

Hoffnungsvoll, dass es Hilfe gibt. Im Bild sind es Engel, die diese Hilfe durch die Arzneikraft des Anglesit symbolisieren.

 

Indikationen aus der C2-Verreibung 

·        Traurigkeit

·        Hoffnungslosigkeit

·        Verlorenheit

·        Zerrissenheit

·        Enttäuschung

·        Das Leben ist große Last!

·        Ich will mein Leben so nicht!

·        Unversöhnlich!

 

·        Mangelhafte Identifikation mit dem eigenen Sein, dem eigenen Leben, mit sich selbst.

·        Fühle ich mich eins mit meinem Leben?

·        Ist das, was ist, wirklich und wahrhaftig mein Leben, bin ich das?

·        Fühle ich das so?

·        Empfinde ich das Leben, das ich lebe, als mein Leben?

·        Fühle ich mich als der Mensch, der dieses Leben lebt?

 

·        Mir fehlt ein Gefühl von mir!

·        Mir fehlt etwas.

·        Ich fehle mir selbst. Darüber herrscht große Traurigkeit und Depression.

·        Große Hoffnungslosigkeit.

 

·        Fehlende Sicherheit, dass ich bin, dass ich mich fühle.

·        Fehlendes „Selbstgefühl“.

·        Fehlende Lebendigkeit und Wandlungsfähigkeit der Gefühle. Sie können sich nicht wandeln, groß und klein werden, tief und oberflächlich, sich entwickeln und verändern, in andere Gefühle übergehen.

 

·        Der Mensch möchte, dass alles ein Ende hat.

·        Der Mensch erträgt das Leben mehr, als dass er teilhat.

·        Der Mensch nimmt wie betäubt am Leben teil.

·        Die Gefühle sind voller Traurigkeit und wie leblos, da der Mensch nicht seine Mitte findet, sich selbst nicht fühlt. Das Leben wird ertragen.

·        Dumpf, abgestumpft, betäubt, alles soll ein Ende haben, nicht teilhaben, sondern ertragen, innerlich einen Hilferuf spüren, Traurigkeit, das Leben ist wie ein Zwang, schweres Erleben.

 

·        Alte Menschen mit grauem Star, die die Welt nicht mehr sehen wollen.

·        Säuglinge, die es schwer haben, in die Welt zu kommen.

 

·        Siehe  auch Seite 35/36