D IV. Die "C4-Homöopathie"
Es dürfte jetzt ahnungsweise erkennbar sein, was mit
"C4-Homöopathie" gemeint ist: Über die Erweiterung durch die "erweiterte HAMP" hinaus soll ein
noch tieferes Verständnis der homöop. Substanzwesenkräfte und ihrer
Wirkungen angestrebt werden.
Dabei soll die bisherige klassische Homöopathie um eine bzw. zwei Dimensionen erhöht werden. Grundlage
dazu ist eine 4-dimensionale
Ordnung der homöop. Phänomenologie, die sich aus der C4-Handverreibung
ergibt.
Schon in den neu entdeckten "Verreibungs-Phänomenen" lassen sich im Verlauf verschiedene
Sphären beobachten. Dabei handelt es sich um arzneimittelspezifische
Resonanzphänomene, durch die der Verreiber an der jeweiligen Substanz-Wesens-Kraft
teilnimmt. Das kann wie eine „Initiation“
in diese Kraft empfunden werden. Dadurch erweist sich die Verreibung als
dynamisches und nicht mechanisches
Geschehen. Diese dynamische Resonanz muß bei der Maschinenverreibung
naturgemäß entfallen,
Erstaunlicherweise hat schon Hahnemann in seiner späteren Phase die C3Verreibung zur Grundlage aller seiner Potenzen zuerst
der C-Potenzen, in der 6. Auflage des Organon der LM-Potenzen, auch als Frischpflanzenverreibung.
Er hat sie
als weit vollständigere Aufschließung der Arzneikräfte erkannt als die
reine Verschüttelung aus der Urtinktur. Dies ist leider wenig bekannt und weitgehend durch die industrielle Herstellung unterlaufen worden.
Allerdings hat er den grundsätzlichen Qualitätsunterschied
zwischen Verreibung und Verschüttelung nicht verstanden, aber praktisch
sinnvoll eingesetzt.
Ein mögliches tiefes Verständnis ergibt sich aus
dem sog, "C4-Text
zur homöop. Potenzierung", den Witold Ehrler noch einer solchen
C4-Verreibung innerlich hörte, In ihm werden 4 Modifikationsformen der
Potenzierung erklärt:
1.
die
Milchzuckerverreibung als Verstärkung der Arzneikraft,
2.
die stufenweise C4-Verreibung
als Fraktalbildung nach dem Vorbild der Selbstähnlichkeit, Dabei
werden vier
Sphären der Arzneikraft
unterschieden,
3. die Verschüttelung als
Frequenzerhöhung und Steigerung der Durchdringungskraft
und
4. die kurzfristige Aktualisierung der Arzneikraft.
Durch die Fraktalbildung werde die Arznei, in.vier
Stufen,
von ihrer Wesenheit durchdrungen, die
selbst aus einer anderen Dimension der Wirklichkeit stamme, und durch die
resonante Handverreibung in unsere Wirklichkeit hinübergezogen werde, u. z.
1, bei der Cl
der physische Aspekt der Empfindungen,
2. bei der C2 der emotionale Aspekt,
3. bei der C3 der mental-geistige Aspekt und
4. bei der C4 der spirituelle oder
Wesens-Aspekt der Arznei.
Auf dieser Grundlage haben wir eine resonant
C4-verriebene
C30er Potenz von inzwischen
ca. 50 homöop. Mitteln hergestellt,
die gegenüber den C3verriebenen Mitteln eine zusätzliche Dimension ihrer Wirkungsentfaltung enthalten, gegenüber
den nur verschüttelten Potenzen wahrscheinlich sogar zwei,
Wir bezeichnen sie als C30 aus C4 Trit. oder C304
(= Basis 4).
Insgesamt enthält dieser Text 10 konkrete Hypothesen, die es empirisch
zu überprüfen gilt.
Wir können die Milchzucker-Verreibung symbolisch mit
dem Geschlechtsakt und die Alkohol-Verschüttelung
mit dem Herzschlag vergleichen, um
den grundsätzlichen Qualitätsunterschied deutlich zu machen.
Auf der Grundlage dieses "C4-Textes" können
wir die Lebenskraft Hahnemanns genauer unterteilen (§ 9 Organon):
„Im
gesunden Zustand des Menschen waltet die geistartige
(C3), als Dynamis den materiellen Körper (C0) (Organismus) belebende Lebenskraft (C1) (Autokratie) unumschränkt und hält alle
seine Teile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgang in Gefühlen
(C2) und Tätigkeiten (C1), so daß der inwohnende, vernünftige
Geist (C3) sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höheren
Zweck unseres Daseins (C4) bedienen kann,"
Zur Zeit Hahnemanns ging es wohl hauptsächlich erst
einmal um den Unterschied von den Gesetzen der toten Materie (C0) zu denen des
lebendigen Organismus (C1), der von
einer immateriellen Kraft erkrankt
und gesundet.
Durch die C4-dimensionale
Ordnung der Potenzierung ergibt
sich folgerichtig eine ebensolche Ordnung der
homöop. Phänomenologie und der Homöopathie insgesamt.
Der eindimensionalen Verschüttelung entspricht die eindimensionale
Homöopathie der Anfangszeit, die überwiegend aus Körperempfindungen bestand, die als eindimensionale Symptomenliste
aufgeführt wurde.
Die entwickelte klassische
Homöopathie wäre im Licht dieser Ordnung hauptsächlich zweidimensional.
Die Potenzierung muß den Bereich der Emotionen
erreichen, die Arznei präsentiert sich als AM-Bild, der Homöopath legt auf den emotionalen Eindruck des Patienten
Wert, den er nur mit Hilfe seiner eigenen Emotionalität wahrnehmen kann.
In der C4-Homöopathie geht es insbesondere um die
Entwicklung vorerst der 3. und später
der 4. Dimension, u.z. der
Potenzen, der Methoden der HAMP, der AMBilder und der homöop. Praxis,
Einen Anfang haben wir mit der
"erweiterten" HAMP gemacht. Dieser wird durch die C4-Gruppen-Verreibung
weiter vertieft. Dabei erschließen sich die 3. und 4. Dimension des AM-Bildes
in Form von Phänomenen, die weit über das bisher Bekannte hinausgehen. Wir
werden dabei "wie in tiefe
Geheimnisse der Arzneikraft eingeweiht".
Ein Höhepunkt der C4-Homöopathie sind sicherlich
die sog. C4-AM-Texte
Witold Ehrlers, die von
einer bisher ungeahnten Verständnistiefe
der einzelnen AM zeugen. Wir fassen sie als "Hypothesen
zum spirituellen Wesen der
Arznei" auf.
Eine prinzipielle Schwierigkeit bei der empirischen
Überprüfung dieser Aussagen wird darin liegen, daß unser mentales Fassungsvermögen selbst auf die 3. Dimension beschränkt
ist und wir deshalb uns
"selbst" von der archetypischen Arzneikraft auf der C4-Ebene
ergreifen lassen müssen, um zu erleben, wovon der Text spricht. Es wird
sich dabei erweisen, ob diese Dimension zu einer wesentlichen Bereicherung für
die Homöopathie führt oder nicht. Es gibt einige Zeichen, daß es zumindest
für die 3. Dimension an der
Zeit ist, deutlich ins Bewußtsein zu treten.
Als Beispiele für solche C4-AM-Texte sollen die
Ausschnitte von Nat-mur,
Alcohol und Lac humanum dienen.
Der C4-Text
zur Wirkweise der Arznei soll die komplexen,
aber sinnvoll geordneten Verhältnisse in diesen höheren Dimensionen der
immateriellen Lebenskraft andeuten, die für das Verständnis von pharmakologischer und homöopathischer Wirkung auf
die Psyche notwendig sein mögen..
Insgesamt habe ich den Eindruck, daß mit dieser C4-Homöopathie
ein Schimmer in das Dunkel unseres Bewußtseins
fällt, das uns die Richtung für ungeahnte Möglichkeiten einer Homöopathie
weist, die sich selbst und die
Ordnung des Lebens verstehen und deshalb auch einhalten kann.
Manchmal gelingt uns das auch jetzt schon in der
Praxis, wo wir Zeuge mancher wunderbaren Heilung werden. Die innere Freude darüber
läßt mich dieses Wagnis in unserer skeptischen Zeit eingehen.
"Wir
werden sehen, sprach der Blinde!"
1.
Auflage, Freiburg, August 95
2.
gering verbesserte Auflage, Februar 96
Jürgen
Becker